Psychologe – Psychotherapeut – Psychiater

Was ist der Unterschied?

Sehr häufig werde ich gefragt, was denn der Unterscheid zwischen einem Psychologen, einem Psychotherapeut und einem Psychiater ist. Dieser ist in unserer Gesellschaft nämlich nur wenig bekannt! Das ist aber sehr schade, denn alle drei Berufsgruppen sind in ihren Bereichen sehr wichtig und haben ihre Berechtigung.

Psychologen und Psychologinnen

  • Psychologen arbeiten in den Bereichen Beratung und Coaching in Krisen, Diagnostik sowie Einzel- und Gruppentherapie bei psychischen Erkrankungen.
  • Psychologen müssen ein Psychologiestudium und danach die postgraduelle Ausbildung zum Klinischen und Gesundheitspsychologen absolvieren, um als solche arbeiten zu dürfen oder sich selbständig zu
    machen.
  • Klinische oder Gesundheitspsychologen können im Angestelltenverhältnis oder in eigener Praxis arbeiten.
  • Psychologen dürfen eklektisch (methodenübergreifend) arbeiten und die Interventionen jeglicher Therapierichtungen anwenden, die ihnen am passendsten erscheinen, solange sie diese im Rahmen einer Aus- oder Fortbildung erlernt haben – methodenübergreifend, ziel- und lösungsorientiert.
  • Häufig wird die klinische Psychologie bei akuten Krisen, der Begleitung körperlicher Erkrankungen oder gezielten Verhaltensänderungen eingesetzt.
  • Die Leistungen von Psycholog:innen sind seit dem 01.01.2024 Kassenleistung und werden bezuschusst. In besonderen Fällen gibt es über die Plattform psyhelp.at nun auch komplett finanzierte Kassenplätze – dafür muss man aber bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Es muss eine psychische Erkrankung vorliegen, ein Arzt/eine Ärztin muss vor Behandlungsbeginn eine Untersuchung durchführen und den Bedarf bestätigen und Sie müssen bei der ÖGK, der BVAEB oder der SVS versichert sein.

Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen

  • Auch die Therapie bei Psychotherapeut:innen kann man zu einem großen Teil mit den Krankenkassen abrechnen.
  • Psychotherapeuten sind im Bereich Therapie bei psychischen Erkrankungen tätig.
  • Psychotherapeuten müssen kein Psychologiestudium abgeschlossen haben, sondern das Propädeutikum und Fachspezifikum, um dann mit der Psychotherapieausbildung der Schule ihrer Wahl (Verhaltenstherapie, Psychodrama, Existenzanalyse, Psychoanalyse, etc.) beginnen zu dürfen.
  • Psychotherapeut:innen können im Angestelltenverhältnis oder in eigener Praxis arbeiten.
  • Psychotherapie kann sinnvoll sein bei chronischen Erkrankungen, tief sitzenden Persönlichkeitsstörungen, Persönlichkeitsentwicklung und Selbsterkenntnis und auch intensiven Lebenskrisen.
  • Die Psychotherapie greift oft etwas tiefer in die Persönlichkeitsstruktur und Biografie ein, um die Ursachen hinter gewissen Verhaltensmustern zu erkennen und beheben.

Psychiater und Psychiaterinnen

  • Die Kosten von Psychiatern werden meist von den Krankenkassen übernommen.
  • Psychiater arbeiten im Bereich Diagnostik und Behandlung psychischer Erkrankungen und haben häufig mit schwerwiegenderen Fällen zu tun.
  • Psychiater haben Medizin studiert und danach den Facharzt für Psychiatrie gemacht.
  • Ihre Arbeit findet entweder als Angestelltenverhältnis in einer psychiatrischen Einrichtung statt oder in eigener Praxis.
  • Die Fachärzte für Psychiatrie verschreiben Medikamente und bieten teilweise auch Psychotherapie an.

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